Unsere Meinung zum Thema Vorsorge

Unsere Meinung zum Thema Vorsorge

Für eine menschenwürdige Vorsorge

BASTA ist keineswegs gegen eine angemessene Vorsorge. Untersuchungen unter Zwang und gegen den Willen des Patienten sind allerdings mit der Würde des Menschen nicht vereinbar.

Deutlich angemessener als der Vorstoß des Andrologen (welcher die Aussetzung der Wehrpflicht und die angeblich dadurch entstandene Versorgungslücke angeprangert hatte) war 2007 eine Kampagne des BKK Landesverbandes NRW und der Krebsgesellschaft NRW, welche die Hodenkrebsvorsorge bei jungen Männern fördern sollte. Unter dem Motto: “Echte Männer untersuchen regelmäßig ihre Hoden” warben auf Plakaten Feuerwehrmänner, Superhelden und Fußballer, die mit der Hand im Schritt posierten, für regelmäßige ärztliche und Selbstuntersuchung. Die Aktion sollte helfen, die Hodenkrebsvorsorge enttabuisieren. Im Laufe der Kampagne sollten zudem Urologen Fußballvereine besuchen und den Spielern mit Modellen und Broschüren zeigen, wie sie selbst ihre Hoden untersuchen können. “Die Spieler haben eine Vorbildfunktion”, sagte der ehemalige Fußballnationalspieler und HSV-Profi Jimmy Hartwig, der die Kampagne unterstützte, in der Ärztezeitung vom 03.05.2007. Hartwig war selbst an Hoden- und Prostatakrebs erkrankt. “Es gibt nicht viele Tumorarten, die man so früh und dann auch noch selbst erkennen kann”, betonte Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen. Hodenkrebs ist bei einer frühen Entdeckung gut heilbar. “Die Heilungschancen stehen dann bei fast 100 Prozent”, betonte Dr. Erich Uchmann, damals Assistenzarzt in der Urologie des Kölner Sankt Hildegardis-Krankenhauses. Eines der ersten Symptome der Krankheit sei eine Vergrößerung des Hodens, die sich ertasten ließe. Deshalb sei die Selbstuntersuchung besonders wichtig. “Unter 15 Jahren ist der bösartige Hodentumor sehr selten. Wann Jungen mit der Selbstuntersuchung beginnen sollten, hängt sehr vom Entwicklungsstand der Kinder ab. Normalerweise ist ein Alter von 14 Jahren vernünftig”, sagt DGU-Präsident Professor Manfred Wirth in der Ärztezeitung. Das Procedere ist unkompliziert: “Man sollte regelmäßig alle vier Wochen die Hoden abtasten und dabei auf Verhärtungen und Vergrößerungen achten.” Der DGU-Präsident: “Eine Impotenz ist bei Hodenkrebs nicht zu erwarten. Hormone kann man, wenn nötig, gut substituieren.” Möglicher Unfruchtbarkeit lässt sich sicher mit der sogenannten Kryokonservierung, also dem Einfrieren vor einer Operation gewonnener Spermien vorbeugen. Bei psychischen Problemen aufgrund des Verlustes des Hodens können Hodenprothesen eingesetzt werden. Diese sind medizinisch unbedenklich. “Gerade wegen der sehr guten Behandlungsmöglichkeiten, sollten wir alles daransetzen, damit Hodenkrebs bei unseren Söhnen kein Tabuthema wird, denn je früher eine mögliche Behandlung einsetzt, umso weniger belastend ist sie für die Betroffenen!”, appelliert Wirth, DGU-Präsident.

Empathische Aufklärung ohne falsche Scham und dennoch unter würdigen Umständen, Anleitung zur Selbstuntersuchung, kompetente ärztliche Beratung bei freier Arztwahl! Keine überflüssige Nacktheit (hier muss zur Untersuchung wirklich nur das Genital für die Dauer der Untersuchung freigelegt werden) bei der Untersuchung und Respekt vor dem Schamgefühl des jungen Mannes. Welch ein Unterschied zu der entwürdigenden, psychisch traumatisierenden und erzwungenen Intimuntersuchung der Musterung durch Personal, welches zudem nur in Ausnahmefällen über die nötige fachliche Expertise verfügt.“