Junge Männer und die Bundeswehr

Junge Männer und die Bundeswehr

Neben vielen Schwierigkeiten, über die seit Monaten in den Medien berichtet wird, ist die Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht mit einem noch viel größeren Problem konfrontiert – mit konstant zu niedrigen Bewerberzahlen.
Trotz der verschiedenen kostspieligen Werbeaktionen, die fast schon so rührend wie verzweifelt wirken, wären die Methoden nicht zum Teil so dubios, bleibt der willige Nachwuchs aus.
Denn bereits am Anfang noch vor dem Diensteintritt steht die erste abschreckende Hürde – die Tauglichkeitsuntersuchung, früher Musterung genannt.
Offensichtlich können sich gerade junge Männer Besseres vorstellen, als sich demütigenden Nackt- und Intimuntersuchungen durch ihre künftigen „Kameradinnen“ des Sanitätsdienstes zu unterwerfen. Diese verflixten jungen Drückeberger wollen diese entwürdigende Prozedur doch einfach nicht als wohlmeinende Fürsorge oder Vorsorgeuntersuchung akzeptieren!
Auch wenn vorher Generationen Wehrpflichtiger selten öffentlich darüber gesprochen haben, die Abstimmung mit den Füßen, die seit Aussetzung der Wehrpflicht möglich ist, spricht Bände.
Bereits im Jahr 2012 wurde auf der Jahrestagung der Arbeitsgruppe chirurgisch tätiger Sanitätsoffiziere (ARCHIS) ein Vortrag gehalten, in welchem die Praxis der Intimuntersuchung bei Männern zum ersten Mal offen kritisiert und mit den aktuell niedrigen Bewerberzahlen in Zusammenhang gebracht wurden. In der 8-9/2012er-Ausgabe der „Wehrmedizinischen Monatsschrift“ wurden alle auf der Jahrestagung gehaltenen Vorträge publiziert – bis auf den brisanten über die Praxis der männlichen Intimuntersuchung bei Musterungs- und Einstellungsuntersuchungen. Dieser bisher unter Verschluss gehaltene Vortrag ist nun an die Öffentlichkeit gelangt und spricht die Missstände innerhalb des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an, welche Verteidigungsministerin von der Leyen erneut unter Rechtfertigungsdruck stellen dürften.
Der Vortrag ist hier einzusehen!
Intimuntersuchung