Bundeswehrtagung in Dresden 2010

Bundeswehrtagung in Dresden 2010

Pressemitteilung der BASTA-Kampagne (Kampagne gegen entwürdigende militärische Medizinuntersuchungen) vom 22.11.2010

 

Bundeswehrtagung am 22./23.11.2010

Wie einige von Ihnen vielleicht wissen, wurde vor 1 Jahr auf der alljährliche Herbsttagung der Leitenden Musterungsärzte am 06.11.2009 die mündliche Anordnung von Hr. Rymus, dem Leitenden Medizinaldirektor vom Bundesamt für Wehrverwaltung, erlassen, bei den Intimuntersuchungen der Männer während der Musterungen den Sichtschutz ganz zu entfernen. Weibliches Assistenzpersonal sollte so die gesamte Untersuchung bis ins letzte Detail mit verfolgen können.

Damit sollten Beschwerden gegen die Bedingungen bei den Intimuntersuchungen durch eigene Zeuginnen direkt entkräftet werden können.                                                                   

Diese zynische Rechnung ist bedauerlicherweise in den meisten Fällen tatsächlich aufgegangen und kaum einer der Männer, die auf diese Weise in ihrem Schamgefühl und ihren Grundrechten verletzt und erniedrigt wurden, hat sich hinterher gewagt, dies öffentlich zu machen und sich darüber zu beschweren oder gar einen Prozess anzustrengen.

Nirgendwo sonst im deutschen Gesundheitswesen oder anderen Bereichen werden Untersuchungen des Intimbereichs unter solchen entwürdigenden Bedingungen durchgeführt. Sogar Strafgefangene, weibliche wie männliche, genießen per Gesetz mehr Schutz ihrer durch das Grundgesetz festgestellten Würde bei körperlichen Untersuchungen und müssen vorher über ihre Rechte..aufgeklärt  werden.                                                                                                

Auch Soldatinnen und freiwillige Bewerberinnen der Bundeswehr werden nicht zu vergleichbaren Intimunter-suchungen durch männliche Untersuchungsteams genötigt. 

BASTA ist der Auffassung, dass es sich bei dieser Vorgehensweise aufgrund der Umstände bei diesen Untersuchungen bereits um einen unzulässigen Übergriff handelt (Die Begründung können Sie in den Anlagen entnehmen, die, leicht modifizierten  im Vorfeld an alle KWEÄ verschickt wurden).

Die Tagung in diesem Jahr fand unter den Vorzeichen der Aussetzung der Wehrpflicht statt.

Die BASTA Kampagne hat dies zum Anlass genommen, erneut auf die Missstände hinzuweisen und eine Diskussion darüber innerhalb der Institution zu unterstützen.

Verschiedene Presse- und Medienorganen wurden informiert. Im Internet wird das Anschreiben in einigen Foren veröffentlicht, in denen sich bereits seit langem mit den Übergriffen im Rahmen der medizinischen Tauglichkeitsprüfungen auseinandergesetzt wird (www.meinungsschreiber.net/forum/denkerforum/Die Intimssphäre bei der Musterung S.72;  www.musterung.us/Home und www.larsgpetersson.com/military abuse/erniedriegende Untersuchungen).

Wir hoffen, dass dadurch die Missstände endlich auch Thema der öffentlichen Diskussion werden und eine angemessene Aufarbeitung stattfindet.

 Bitte befragen Sie die verantwortlichen Repräsentanten der Bundwehr anlässlich der Bundeswehrtagung am 22./23.11.2010 in Dresden zu dem Thema und fordern Sie mit uns für die Zukunft eine Abschaffung der Übergriffe im Intimbereich bei militärischen Medizinuntersuchungen.
 
Lars G Petersson                                

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Bundeswehrtagung 2010 am 22. und 23. November in Dresden